Pfadfinderische Methoden

  • Gesetz und Versprechen
  • Die kleine Gruppe
  • Look at the Child
  • Learning by Doing
  • Das Leben in der freien Natur
  • Paddle dein eigenes Kanu
  • Führung im Dialog
  • Glauben entwickeln
  • Einsatz für den Frieden
  • Politische Mitverantwortung
  • Koedukation

Methoden

Das Prinzip der kleinen Gruppe wurde schon von Baden-Powell beim ersten Pfadfinderlager 1907 eingeführt, indem er die Jungen in kleine Trupps eingeteilte, die aus ihrer Mitte einen Sprecher bestimmten und Aufgaben gemeinsam in Eigenverantwortung erledigten.

Man spricht meistens von einer idealen Gruppengröße von 8 Kindern/Jugendlichen, abhängig vom Alter können aber auch mehr oder weniger (mit zunehmendem Alter eher weniger) Mitglieder in einer Gruppe sein. In der Wölflingsstufe ist dieses Prinzip nicht vorhanden, dort finden die Kinder in der Großen Gruppe (oft als „Meute“ bezeichnet) den nötigen Freiraum, um sich auszutoben. Hier lernen die Kinder, eine eigene Meinung zu bilden, aber auch andere Meinungen zu akzeptieren. Die kleine, Gruppe gibt ihnen Sicherheit, Geborgenheit und Rückhalt, erfordert aber auch Rücksichtnahme. Das Mitglied der Gruppe übernimmt eigenverantwortlich Aufgaben und gewinnt durch ihre Erfüllung Anerkennung und Selbstbewusstsein, Tüchtigkeit, Eigenständigkeit, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit zu sowohl Kooperation als auch Führung. So lernen Pfadfinderinnen und Pfadfinder schon früh soziales Verhalten, Selbstbewusstsein, Toleranz und damit Demokratiefähigkeit.

Mit Übergang in die Pfadfinderstufe steigt langsam auch der Eigenanteil der Gruppenmitglieder am Gruppenprogramm, feste Aufgaben werden an einzelne Gruppenmitglieder verteilt (z.B. das Führen der Gruppenkasse, Pflege des Gruppenarchivs etc.)

Die Kleine Gruppe geht gemeinsam mit ihrer Leitung auf Gruppenfreizeiten, Lager und Fahrten und nimmt zusammen mit den anderen Gruppen aus Stamm, Bezirk und Land an größeren Lagern und Veranstaltungen teil.

Da die Pfadfinderbewegung sich zuerst nur den Jungen als Zielgruppe zugewandt hat, wurde das ursprüngliche Prinzip „look at the boy= genannt. Der starken Orientierung an der Gruppenarbeit hat Baden-Powell ein anderes entgegengesetzt. In der pfadfinderischen Pädagogik geht es letztendlich darum, die einzelnen zu fördern. Gruppenleiterinnen und -leiter sollen deshalb nicht nur die Gruppe als ganze im Auge behalten, sondern auch das einzelne Kind mit seinen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Fördermöglichkeiten. „Er muss sich mehr mit dem Einzelnen als mit der Masse abgeben…“ (Baden-Powell:Pfadfinderführer-Aids to Scoutmastership, 10.Auflage 1997, Nachdruck der Übersetzung von 1927, Pfadibewegung Schweiz, S.10)

Das bedeutet: Lernen durch Handeln. Frei nach dem Sprichwort „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“. Etwas Neues lernt man am besten, indem man es ausprobiert.

Fahrt und Lager ermöglichen es uns den Alltag hinter uns zu lassen, einmal auf den „Luxus“ zu verzichten und bewusst einfach zu leben. Die gemeinsamen Erfahrungen fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe. Darüber hinaus bieten Zeltlager uns die Möglichkeit, die Natur wieder einmal aus nächster Nähe zu erfahren.

Eine Fahrt bedeutet Erfahren, Erleben, Leben. Durch das Herangehen an die eigenen Grenzen und die Grenzen der Gruppe wächst sowohl der Einzelne als auch die Gruppe selbst. Die Anstrengung schweißt zusammen.

Wie das Steuern des Bootes in einem Fluss, so sollen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder nach dem Prinzip von Baden-Powell „paddle your own canoe“ ihr eigenes Leben immer stärker selbst in die Hand nehmen. Dazu lernen sie in Gruppenstunden, auf Fahrten und Lagern, sich selbst zu versorgen, sich ganz praktisch zu organisieren und Krisen zu bewältigen. Die erworbenen Fähigkeiten können sie in ihren Gruppen und darüber hinaus in die Gesellschaft einbringen. Die Gruppe bietet einen guten Rahmen, demokratische Verhaltensweisen und Engagement einzuüben. Das pfadfinderische Prinzip beschreibt Baden-Powell in seinem Buch „Glück auf Lebensfahrt (Rovering to Success)“ als Leitmotiv der Ranger- und Roverstufe.

Dieses Leitungsverständnis bildet die Grundlage für die Gruppenarbeit im VCP und ist in der Bundesordnung unter [Aufgabe_und_Ziel Aufgabe und Ziel] beschrieben. Darin ist sowohl das klare Leitungsverhalten als auch ein grundsätzlich demokratische Verständnis enthalten. Die Gruppen werden in die Entscheidungen miteinbezogen, sodass eine immer deutlichere Verantwortungsübernahme möglich wird. Dies hängt von der Situation und dem Alter der Gruppenmitglieder ab. In der klassischen Pfadfinderpädagogik wird vor allem das Bild der Gruppenleitung als älterer Bruder oder ältere Schwester zur Rollenbeschreibung der Gruppenleitung benützt.

Unsere Gruppen schaffen einen Raum für gemeinsame Glaubenserfahrungen und geben die Möglichkeit christliche Werte in die Tat umzusetzen.

„Wenn zwei Menschen nicht mehr miteinander sprechen, dauert es nicht mehr lange, bis sie aufeinander schießen.“ (B.P.) Für den Begründer der Pfadfinderbewegung Lord Baden-Powell war es klar, dass Kommunikation und das gemeinsame Lösen von Konflikten notwendige Bedingungen für ein friedvolles Zusammenleben sind. So lernen wir in der Gruppe vor Ort, aber auch bei internationalen Begegnungen von Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus aller Welt die Besonderheiten des Einzelnen zu respektieren und dadurch friedlich zusammenzuleben.

Da die Politik die Zukunft unserer Gesellschaft prägt, sind wir alle aufgefordert, das politische Geschehen mitzugestalten. Durch den demokratischen Aufbau unseres Verbandes von Stammes- über Bezirks- und Landes- bis hin zur Bundesebene lernen wir die demokratischen Spielregeln kennen und üben uns im Umgang mit politischen Themen.

Durch die gemeinsamen Erfahrungen in der Gruppe lernen Mädchen und Jungen, verantwortlich miteinander umzugehen.